E-Mail Marketing: Der Kanal, den viele unterschätzen

Datum
Geschrieben von
Emily Finke
Lesezeit
4 min.
splendid Team Talk
Alle reden über Social Media. Dabei liegt das Potenzial oft woanders.
Wer heute über Marketing spricht, denkt zuerst an Instagram, LinkedIn oder TikTok. E-Mail wirkt dagegen altmodisch. Zu direkt. Irgendwie von gestern.
Und gleichzeitig: Wann hast du zuletzt eine E-Mail mit einem Rabattcode ignoriert? Oder einen Newsletter abonniert, weil du wissen wolltest, was als nächstes kommt?
E-Mail ist nicht out. Sie wird nur selten richtig eingesetzt.
Was die Zahlen sagen
Bevor wir über Strategie sprechen, kurz ein Blick auf das, was die Daten zeigen. Denn sie überraschen viele.
Täglich werden weltweit rund 376 Milliarden E-Mails verschickt. Tendenz steigend. Gleichzeitig checken fast 99 % aller E-Mail-Nutzer ihr Postfach täglich, viele sogar mehr als zehnmal.
Besonders relevant für alle, die E-Mail als Marketingkanal nutzen oder darüber nachdenken: Wer einen Euro in E-Mail-Marketing investiert, bekommt im Durchschnitt 36 bis 42 Euro zurück. Kein anderer digitaler Kanal kommt auch nur annähernd an diesen Wert heran. Und die Hälfte aller Konsumenten hat im letzten Jahr direkt über eine Marketing-E-Mail eingekauft.
Das ist kein Kanal von gestern. Das ist einer der wirkungsvollsten Kanäle, die es gibt.
Warum E-Mail mehr kann als die meisten denken
Social Media ist laut. Viel passiert, viel geht unter. Der Algorithmus entscheidet, wer etwas sieht. Nicht du.
Eine E-Mail landet direkt im Postfach. Kein Algorithmus dazwischen. Kein Scrollen durch fremde Inhalte. Nur du und der Empfänger.
Das ist ein Unterschied, der zählt. Besonders wenn du etwas zu sagen hast, das wirklich gelesen werden soll.
Hinzu kommt: Menschen, die sich für einen Newsletter anmelden, haben sich bewusst entschieden. Sie wollen Post von dir. Das ist eine andere Ausgangslage als ein zufälliger Post im Feed.
Die häufigsten Fehler, die Unternehmen machen
Das Potenzial ist da. Aber in der Praxis sieht es oft so aus:
Zu selten oder zu unregelmäßig. E-Mails werden verschickt, wenn gerade Zeit ist. Nicht weil es einen guten Grund gibt. Empfänger gewöhnen sich an Absender, die verlässlich kommen. Wer sporadisch auftaucht, wird vergessen.
Zu generisch. "Sehr geehrte Damen und Herren, wir möchten Sie informieren..." Das liest niemand zu Ende. Wer für alle schreibt, erreicht niemanden wirklich. Personalisierte E-Mails erzielen rund 29 % höhere Öffnungsraten, segmentierte Kampagnen können den Umsatz im Vergleich zu generischen Aussendungen um ein Vielfaches steigern.
Als Einbahnstraße behandelt. Eine Nachricht raus, fertig. Dabei geht es nicht darum, möglichst viel zu schicken, sondern darum, zur richtigen Zeit das Richtige zu sagen. Ein Newsletter, der regelmäßig erscheint und echten Inhalt liefert, baut etwas auf, das Social Media kaum kann: Vertrauen über Zeit.
Die Betreffzeile wird unterschätzt. Knapp 64 % der Empfänger entscheiden allein anhand der Betreffzeile, ob sie eine E-Mail öffnen. Wer hier nicht aufhört zu denken, verschenkt den größten Hebel.
Was einen guten Newsletter ausmacht
Nicht jeder Newsletter muss ein Magazin sein. Oft sind die besten die kürzesten.
Was zählt:
Regelmäßigkeit. Nicht täglich, aber verlässlich. Wer weiß, wann er Post bekommt, öffnet sie eher.
Ein klarer Inhalt. Ein Thema, eine Idee, ein Impuls. Kein Sammelsurium.
Eine echte Stimme. Menschen lesen gerne von Menschen, nicht von Unternehmen, die klingen wie Pressemitteilungen.
Ein Grund zum Bleiben. Ob Einblick, Tipp oder Perspektive: Es soll sich lohnen, dabei zu sein.
Eine klare Betreffzeile. Nicht clickbaity, aber neugierig machend. Der erste Eindruck entscheidet.
Was andere Unternehmen daraus machen
Viele der bekanntesten Marken setzen bewusst auf E-Mail als ihren direktesten Kanal zum Kunden. Nicht weil es günstig ist, sondern weil es funktioniert.
Ein Onlineshop, der nach einem abgebrochenen Kauf automatisch eine Erinnerungsmail schickt, konvertiert dreimal besser als mit anderen automatisierten Mails. Ein B2B-Unternehmen, das monatlich einen Newsletter mit echten Einblicken verschickt, baut Vertrauen auf, lange bevor ein Erstgespräch stattfindet. Eine Agentur, die ihre Kunden regelmäßig mit relevanten Impulsen versorgt, bleibt im Kopf, auch wenn gerade kein aktives Projekt läuft.
Der Kanal ist nicht das Geheimnis. Das Geheimnis ist die Konsequenz.
Wie wir das bei splendid angehen
Wir haben uns lange gefragt, ob ein Newsletter zu uns passt. Schließlich predigen wir genau das, was viele nicht tun: Dinge nicht nur anzufangen, sondern konsequent weiterzumachen.
Also haben wir angefangen.
Unser Newsletter erscheint einmal im Monat. Keine langen Abhandlungen, aber echten Inhalt. Einblicke aus laufenden Projekten, Gedanken zu Themen, die uns beschäftigen, und praktische Impulse rund um Lernen, Wissen und die Frage: Wie arbeiten Teams eigentlich gut zusammen?
Die erste Ausgabe ist raus. Die Abonnentenliste ist noch klein. Aktuelle Kunden und wir selbst. Das ist kein Makel. Das ist ein Anfang.
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